DATEN - KLANGFENSTER
20. September 1996 - 07. Oktober 1996
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Traum und Wahrheit:
10n Operationen in 10 Stunden für die Sicherheit einer Stadt
Daten-Klangfenster
Der Glockenturm der Parochialkirche spielte ehemals eine wichtige Rolle für die Sicherheit der Stadtbevölkerung. Die Glocken warnten vor Feuer, Sturm oder Krieg und riefen die Menschen sowohl zum Gebet als auch zu den Waffen. Auf diese Weise übernahmen die Glocken eine nicht unbedeutende Funktion für die Kommunikation innerhalb der Stadt Berlin
Im Rahmen der Installation "Daten-Klangfenster" werden die Glocken nun durch den Computer ersetzt. Ein aus lichtdurchlässigen Computerplatinen zusammengesetztes grünes Fenster ist in den ehemaligen Glockenraum eingefügt worden. Nun dringt Computerlärm, zusammengesetzt aus Klicken, Klappern und sonorem Brummen, aus dem Platinenfenster in den Raum. Maus, Drucker, Tastatur und Kühlventilatoren sind die Audio-Requisiten dieser Inszenierung von Computertechnik.
In der Assemblage von Schaltbildern wird die Computerplatine zum Sinnbild der digital vernetzten Stadt. Wie die Leiterbahnen den Straßen gleichen und nach dem Prinzip der maximalen Flächenökonomie strukturiert sind, so ähneln die Bauelemente in ihrer Anordnung den städtischen Wohnsiedlungen.
Reale Computergeräusche werden als elektromechanische, elektrische Spannungen in den hörbaren Bereich transponiert oder direkt von der Platine abgegriffen und hörbar gemacht. Über einen Distanzwandler sind diese Prozesse direkt von den Ausstellungsbesuchern auslösbar. Durch Bewegungen können Besucherin und Besucher jedoch nicht nur akustische, sondern auch optische Signale des Daten-Fensters steuern. So werden bei Annäherung zur Versinnbildlichung von Rechenoperationen Displays erleuchtet und digitale Anzeigen aktiviert.