Akio Suzuki
muro biko / howling objects
14. September 2000 - 15. Oktober 2000
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muro biko (Echo-Analapos)

Das Echo-Instrument Analapos entwickelte Akio Suzuki in den siebziger Jahren. Es beruht auf den akustischen Übertragungen eines zwischen zwei
metallenen Zylindern gespannten Spiraldrahtes. "muro biko" (dt. Innen-Raum-Echo) kombiniert verschiedene Typen dieses Instrumentes. In weiten Schwüngen vom Dachstuhl hängend überwinden die Spiraldrähte der Echo-Zylinder die großen Distanzen des Kirchenraums mit einer quasi zeichnerischen Leichtigkeit. Kurze vokale Impulse, die über einen kleinen Lautsprecher auf die Zylinder gegeben werden, wandeln sich, je nach Länge des Spiraldrahtes, in zeitlich aufgefächerte Echos. Die enge Beziehung zwischen
räumlicher und zeitlicher Distanz läßt sich hörend erforschen. Die von drei weiteren Analapos-Typen aufgenommenen Klänge werden über kleine Lautsprecher in die hohen Seitenkuppeln des Kirchenschiffs abgestrahlt. Diese mehr perkussiven Klänge unterlegen die kurzen vokalen Echo-Impulse mit kontinuierlichen Klangprozessen, die im Raum kreisen.
howling objects

Zwei sich langsam drehende ca. zwei Meter lange Bambusstangen, zwei einfache Radiogeräte und zwei kleine, im Bambus versteckte Sender - in "howling objects" für den Glockenraum der Parochialkirche erweist sich Akio Suzuki als Meister der sparsamen künstlerischen Setzung. Sanft heulende Rückkopplungen zwischen den fein abgestimmten Radios und den in den Bambusstangen verborgenen Sendern sind zu hören, die sich mit der Position des Bambus verändern - die schwere, höhlenartige Architektur des Glockenraums mit seinen rohen Steinwänden scheint in sanft fließende Bewegung verwandelt.
Ausstellung im Rahmen von JAPAN IN DEUTSCHLAND 2000
Mit Unterstützung der Ev. Georgen-Parochialgemeinde, Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Initiative Neue Musik Berlin, Berliner Künstlerprogramm des DAAD. Besonderer Dank an ContribNet, cyan, u.a.
© Fotos Roman Maerz