david tudor David Tudor ist neben John Cage eine der zentralen Figuren in der Musikszene in Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg. Bekannt geworden ist Tudor sowohl als hochvirtuoser Pianist und langjähriger musikalischer Direktor der Merce Cunningham Dance Company wie auch durch seine home-made-electronics. Bereits in den späten 1950er Jahren hatte er begonnen mit elektronischen Klangerzeugern und Instrumenten zur Klangmodulation zu experimentieren. Anders als viele seiner Kollegen entwickelte und baute Tudor seine Soundgeneratoren und -modulatoren selbst und nutzte sie auf der Bühne in seinen Live-Performances. Heute gilt Tudor als Begründer der „Live-Elektronik“. Tudor arbeitete Zeit seines Lebens mit vielen Künstlern zusammen: mit dem Choreographen Merce Cunningham oder mit bildenden Künstlern wie Robert Rauschenberg, Marcel Duchamp, Jackie Matisse u.a.

Matt Rogalsky
Matt Rogalsky, geb. 1966, studierte von 1985 bis 1990 an der Simon Fraser University in Vancouver Elektroakustische Komposition bei Martin Bartlett und Barry Truax. Bis 1995 arbeitete er an der Wesleyan University bei Ron Kuivila und Alvin Lucier mit dem Schwerpunkt auf David Tudors Rainforest und den Beziehungen zu Organisationen wie Experiments in Arts and Technology sowie zu Tudors Gruppe Composers Inside Electronics. Nach dem Tode David Tudors war er an der Archivierung der hinterlassenen Schriften sowie der Sicherung der elektronischen Instrumente Tudors beteiligt. 2006 publizierte er seine Dissertation über Tudors Rainforest-Projekte mit dem Titel „Idea and Community: The Growth of David Tudor’s Rainforest, 1965-2006“. Seit 1985 arbeitet er auch als Komponist und Klangkünstler mit Ausstellungen und Performances in Nordamerika und Europa. Darüber hinaus unterrichtet Rogalsky als Professor an der Musikhochschule in Kingston in Kanada. Er lebt in Kanada.

hans w. koch
hans w. koch, geb. 1962, ist Klangkünstler und Komponist. Von 1984-1988 studierte er Musik, Geschichte und Physik an der Pädagogischen Hochschule Weingarten sowie von 1988-1995 Komposition bei Johannes Fritsch an der Hochschule für Musik in Köln. Seit seiner Studienzeit beschäftigt er sich intensiv und auch als Interpret mit den Werken von John Cage, Morton Feldman und David Tudor. Künstlerisch gilt sein Interesse der Entstehung von Klang und Struktur als Prozess. Seine Arbeiten wurden auf verschiedensten Festivals und von unterschiedlichen Rundfunkanstalten im In- und Ausland präsentiert. 2007 war er Gastprofessor für Komposition und experimental sound practices am California Institute of the Arts, Los Angeles. Von 2012-2016 hatte er einen Lehrauftrag für hybrid sound composition und extended systems am Institut für Musik und Medien der Robert Schumann Musikhochschule Düsseldorf inne. Daneben kuratiert er in Köln Konzerte und Klangkunstveranstaltungen wie z.B. die BrückenMusik (1999-2012). Seit 2016 arbeitet er auch als Professor für Sound an der Kunsthochschule für Medien in Köln. hans w. koch lebt in Köln.

Jessica Ekomane
Die in Frankreich geborene Jessica Ekomane lebt und arbeitet als elektronische Musikerin und Klangkünstlerin in Berlin. Ihre Werke, Live-Performances und Installationen schaffen Situationen, in denen der Klang als transformatives Element für den Raum und das Publikum wirkt. Ihre immersiven Klanglandschaften basieren auf Fragen wie dem Verhältnis zwischen individueller Wahrnehmung und kollektiver Dynamik oder der Untersuchung von Hörerwartungen und deren gesellschaftlichen Wurzeln. Ekomane ist eine der Komponisten, die von Natascha Süder Happelman für ihre Installation im deutschen Pavillon der Biennale Venedig 2019 ausgewählt wurden. Als Resident des Berliner Community Radios [INCUBATOR] für dessen Ausgabe 2017 moderiert sie eine monatliche Show auf Cashmere Radio. "Open Sources" konzentriert sich auf die Verknüpfung von Folk und traditioneller Musik mit zeitgenössischen musikalischen Experimenten. Ihre Arbeit wurde in verschiedenen Institutionen in Asien, Australien und Europa präsentiert, darunter das CTM Festival, KW (Berlin), Ars Electronica (Linz), Dommune (Tokio) und MUMA (Melbourne).

Hanna Hartman
Das vielfältige Werk der schwedischen Komponistin, Klangkünstlerin und Performerin Hanna Hartmann umfasst sowohl Radiostücke, elektroakustische Musik und Ensemblewerke wie auch Klanginstallationen. Zu ihren Auszeichnungen und Stipendien gehören u.a. der Karl-Sczuka-Preis, der Phonurgia Nova Preis, ein Villa Aurora Stipendium und der Rom-Preis (Villa Massimo). In den Jahren 2007 und 2008 war sie Composer-in-Residence beim Schwedischen Rundfunk, 2019 beim Huddersfield Contemporary Music Festival. Hanna Hartman ist Mitglied der Deutschen Akademie der Künste. Ihre Werke werden international präsentiert, darunter bei den Darmstädter Ferienkursen, Ultima Oslo Contemporary Music Festival, Huddersfield Contemporary Music Festival, el nicho aural Mexico City, Akousma Montreal, London Contemporary Music Festival, Eclat Festival Stuttgart und Cut & Splice Festival Manchester. Hartman lebt und arbeitet in Berlin.

Robert Lippok
Robert Lippok arbeitet als Musiker, Bühnenbildner und bildender Künstler in Berlin. Er ist Mitbegründer der experimentellen Bands „Ornament und Verbrechen“ und „to rococo rot“. In seinen Werken widmet sich Lippok der Verbindung von Raumklang und Architektur. Seine Arbeiten waren unter anderem in der Neuen Nationalgalerie Berlin, im Hamburger Bahnhof und im Haus der Kunst in München zu sehen. Als Komponist arbeitete er u.a. mit den Künstlern Doug Aitken, Olaf Nicolai und Julian Charrière, mit dem Architekt Arno Brandlhuber sowie mit der Choreografin Constanza Macras für verschiedene Tanztheaterproduktionen zusammen. Lippok unterrichtet an der NYU Berlin und ist Mitglied des von Olafur Eliasson gegründeten Institut für Raumexperimente e.V. sowie Kurator beim Spatial Sound Institute in Budapest. Mit audiovisuellen Shows und Live-Musik trat er unter anderem beim Festival MUTEK auf, beim Unsound-Festival, L.E.V. Festival, Gamma Festival, im Berghain und im Funkhaus Berlin.

Zsolt Sörés
Zsolt Sőrés ist eine der Schlüsselfiguren der ungarischen experimentellen Musik- und Klangkunstszene. Seine künstlerische Arbeit erforscht die Möglichkeiten der konzeptionell-metamusikalischen freien Improvisation und die „flüchtige“ Natur von Klang als Material. Im Jahr 2014 kuratierte er die erste internationale Ausstellung für Klanginstallationen in Ungarn „On the Edge of Perceptibility - Sound Art" in der Kunsthalle Budapest. Er war Dozent an der Liszt-Ferenc-Musikakademie, Abteilung für elektronische Musik und Medienkunst. Zurzeit ist er Doktorand an der Ungarischen Universität der Schönen Künste in Budapest. 2021 war er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

Ioana Vreme Moser
Die 1994 in Rumänien geborene Künstlerin Ioana Vreme Moser lebt und arbeitet in Berlin. Sie versteht sich als transmediale Erzählerin und Soundkünstlerin und beschäftigt sich mit Elektronik und DIY-Experimenten. Häufig setzt sie elektronische Komponenten in unterschiedliche Stufen der Interaktion mit organischen Materialien, Fundstücken und Umweltreizen ein. Dabei thematisiert sie die eher unbedeutenden Dinge des Alltags. Zentral für ihre Herangehensweise ist es, Objekte aus ihrer gewöhnlichen Umgebung herauszulösen und sie zu transformieren. Sie arbeitete u.a. mit dem Electroacoustic Music Studio Krakow (PL), kinema ikon multimedia Atelier Arad (RO) und Simultan, Media Art Association, Timisoara (RO) zusammen. Derzeit lebt und arbeitet sie in der T10 Künstlergemeinschaft in Berlin und hat unter anderem in der National Gallery of Denmark (DK), STATE Studio, Berlin (DE); SFX - Sound Effects Seoul (KR), STWST Sleep48 - Ars Electronica (AT), Bunkier Sztuki Gallery Krakow (PL); Eigen+Art Lab - Transmediale, Berlin (DE) ausgestellt.

Michael Winter
In den Werken des amerikanischen Komponisten Michael Winter stehen oft einfache Prozesse im Zentrum, bei denen dynamische Systeme, Situationen und Szenarien auf unterschiedliche Weise realisiert werden, von Performances bis hin zu Installationen. Dabei sind Überlegungen zur Berechenbarkeit und Erkenntnistheorie integraler Bestandteil. Häufig untersucht er erkenntnistheoretische Grenzen, indem er mit anderen Künstlern, Mathematikern und Wissenschaftlern zusammenarbeitet, um Objekte, Ideen und Texte aus verschiedenen Bereichen als strukturelle Elemente in seine Werke zu integrieren. Seine Werke wurden weltweit auf Veranstaltungen und Festivals präsentiert, darunter REDCAT in Los Angeles, Ostrava Festival of New Music in der Tschechischen Republik, Tsonami Arte Sonoro Festival in Valparaiso, Chile, Huddersfield New Music Festival und Umbral Sesiones im Museo de Arte Contemporáneo in Oaxaca, Mexiko. Von 2018 bis 2019 war er Stipendiat an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.

Miki Yui
Die japanische Künstlerin, Komponistin und Musikerin Miki Yui (geb. 1971 in Tokio) lebt seit 1994 in Düsseldorf. Die Werke der multidisziplinären Künstlerin umfassen sowohl Musik, Performance und Radioproduktionen wie auch Zeichnungen und Installationen. Mit ihrem Hintergrund in bildender Kunst erforscht sie die Grauzone unserer Wahrnehmung und Vorstellungskraft und schafft subtile und poetische Werke. Häufig arbeitet sie mit Klangmaterial, das sie als »small sounds« bezeichnet, und beschäftigt sich intensiv mit Phänomenen akustischer Wahrnehmung.
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